Packender Geschichtsunterricht mit dem Jungendbuchautor Dirk Reinhardt an der Heinz-Nixdorf-Realschule in Büren

Dirk Reinhardt liest den Neuntklässlern und der Internationalen Klasse aus seinem Roman „Edelweißpiraten“ vor.

Zu Beginn zeigt er ein Bild der Gruppierung „Edelweißpiraten“- „Jugendliche, wie ihr“, betont er, leisteten während des Nationalsozialismus im Ruhrgebiet mutig Widerstand und riskierten ihr Leben, weil sie es nicht mitansehen konnten, wie Menschen grundlos getötet wurden, weil sie eine andere Meinung hatten. Aus diesem Grund gaben sie sich Decknamen. Diese lebensgefährliche Alltagsrebellion der Jugendlichen Bande „Edelweißpiraten“ erforderte aber nicht nur Mut, sondern auch absolute Vorsicht, denn „Krieg ist scheußlich“, so Dirk Reinhardt. Die Edelweißpiraten mussten sich blind vertrauen können. Das Besondere des Romans ist, dass er auf Tatsachen beruhe. Als Jugendlicher fragte sich Dirk Reinhardt, wie Jugendliche im Nationalsozialismus gegen den Krieg rebelliert haben. Er erfuhr, dass die Edelweißpiraten z.B. Parolen an Hauswände schrieben oder Flugblätter verteilten: „Hört endlich auf mit dem Morden!“ Hört auf mit dem Krieg!“ Dirk Reinhardt: „Auch meine Oma, die den Krieg hautnah miterlebt hatte und ihren Mann beim Krieg verloren hatte, hatte Jahrzehnte später immer noch Angst. Ein Ereignis werde ich niemals vergessen. Als ich ein Kind war, gingen wir gemeinsam zum Bäcker und meine Oma mied den direkten Weg dorthin, weil dort immer noch ein ehemaliger Gestapobeamter wohnte.“

Anders als heute gingen die Kinder der Arbeiterfamilien nur bis zur 8. Klasse zur Volksschule und anschließend arbeiteten sie oft zehn bis zwölf Stunden von Montag bis Samstag in einer Fabrik. Ein Bildungssystem wie wir es heute haben, gab es damals nicht. Der Beruf des Vaters war damals entscheidend für den Werdegang des Sohnes und die Töchter sollten gute Hausfrauen und Mütter werden. Unsere Schülerinnen und Schüler werden nachdenklich und diskutieren mit dem Autor und den Deutschlehrerinnen Frau Bader, die die Lesung organisiert hatte und Frau Meyer. Frau Bader verweist auf die Kriege z.B. in Syrien oder in Afghanistan. Schülerinnen und Schüler der Internationalen Klasse berichten nun von ihren Erlebnissen. Muhamadchalid ist traurig, dass in seinem Land, in Afghanistan, seit 30 Jahren Krieg herrscht und nicht aufhört. Er fragt: „Warum schaffen wir das nicht? Deswegen bin ich nach Deutschland gekommen. Auch Lena aus dem Irak meint dazu: „Unser Haus wurde einfach von Bomben zerstört. Deshalb mussten wir flüchten.“